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Maria Luise Zitzmann, geb. Huter
am 28.04.2001
Der Urgroßvater Eduard Huter (1858-1945)
ein Jahr vor meiner Geburt gestorben, er hatte den Spitznamen, bzw. Hausnamen „Bäckle von Grän“. Er hatte 16 Kinder und war beliebter Bewohner von Grän und aufgrund seiner Sparsamkeit (Geiz) hat man ihn „Jüdle“. Im Dritten Reich wäre er wegen diesem Spitznamen fast von der Staatsmacht abtransportiert worden.
Ehrenreich Huter, ein Bruder von Großvater, heiratete, da die Ehe kinderlos blieb,
haben sie 2 Kinder angenommen. Ehrenreich war der Besitzer einer Gastwirtschaft.
Mathilda Huter
war ledig und liebte dafür das Essen über alles und konnte nie genug bekommen. Beim Neujahrsbrauch erhielt man im Tannheimertal beim Neujahrswunsch einen „Birnezelten“ (Früchtebrot); Mathilda benutze diesen Brauch eines Jahres so ausgiebig, daß sie aufgrund des zu vielen Essens in einer Scheune an zerrissenem Magen starb, deshalb war es meiner Mutter immer unangenehm, als Zweitnamen Mathilda zu haben. Leopold war Mesner und Pfarrkirchenrat der Stiftspfarre Neukloster Wiener Neustadt.
Meine Erinnerung setzt mit Großvater und Großvater ein; Leonhard Huter (1881-1958) und Maria Regina Huter, geb. Koch (1883-1955).
Sein Lieblingskind war Luisa Huter (1909-1967). Im I. Weltkrieg diente er als Kaiserjäger im 2. Regiment, besonders stolz war er auf seine Auszeichnungen, einer seiner Orden rettete ihm das Leben. Wie ihm der
Orden eines Tages bei einer Flußüberquerung hinunterfiel bückte er sich und eine Kugel hatte ihm nur leicht verletzt, wäre er gestanden, wäre er erschossen worden. Diese Kugel machte er an das Kreuz. Dieser Orden
wurde ihm mit ins Grab gelegt.
Er war Viehhändler und Bäckermeister und lieferte zum Teil selbst sein Brot aus, sein Pferd mit der er die Auslieferungen mache hatte Angst vor der Dunkelheit. Bei
einer Lieferung am Haldensee mit Einkehr zog sich der Aufenthalt in die Dunkelheit hinein und das Pferd lief alleine nach Hause, Großvater mußte 2 Stunden zu Fuß nach Hause laufen.
Großmutter war eine Seele von Mensch. Als sie eines Tages nach einem Streit traurig am Pfarrersbrunnen neben unserem Haus war, hatte sie nach ihrer Beschreibung
eine Begegnung mit der Gottesmutter Maria. Sie sah eine weiße Frau in der Düsterniss (von damaligen Bächlein stieg Nebel auf) ohne Beine und folgte ihr und plötzlich verschwand diese Frau. Ihrer Meinung nach
erschien sie um sie zu trösten.
Als sie gestorben war mußte sich meine Mutter um Vater und Eduard kümmern, ich wohnte dann bei Onkel Hans im Lechtal (Vorderhorenbach und Elmen). Dort ging ich auch
zur Schule, zusammen mit Onkel Hansens Sohn Ambros, der Lehrer war ein Schulfreund von Onkel Hans. Ich war immer eine schlechte Schülerin, aber mit kleinen Lügen machten wir den Lehrer dafür verantwortlich, Onkel
Hans verprügelte daraufhin wutentbrannt den Lehrer. Schlechtes Gewissen hatten wir keines, im Gegenteil.
Nach der Schule mußte ich in einem Stadel Knochen zermahlen (Schweinefutter), Onkel Hans züchtete Schweine, ich haßte diese Arbeit. Nach Großvaters Tod ging ich in
Tannheim zur Schule, meine Mutter ging nach Reutte und holte mich später auch. Besonders froh war ich, da ich dadurch dem Lernen von Schillers Glocke entging. Nach den langen Jahren im elterlichen Haus nutze meine
Mutter die Gelegenheit andere Orte kennenzulernen (Bregenz, Göfis, Friedrichshafen u.a.). In war ich in Hard/Bodensee bei katholischen Schwestern in einem Mädchenheim, während Mutter in Lindau war, da ich noch
minderjährig war, durfte ich nicht über die Grenze. Ich arbeitete in einem Gasthaus und einer Fabrik (Kamgarn). Ein junger Sommergast erzählte mir von Nürnberg und von der Schönheit der Stadt, ich überredete meine
Mutter nach Nürnberg zu ziehen. 1962 zogen wir nach Nürnberg. Ich begann eine Ausbildung zur Laborassistentin und Photolaborantin, aber die Geburt von Roland verhinderte den Abschluß. Meinen zukünftigen Mann Heinz
Zitzmann lernte ich 1963 kennen, er hatte bereits ein Auto.
Eduard hatte eine Gehirnhautentzündung, Großvater und Eduard verstanden sich nicht gut. Als Großvater eines Tages aus Wut den Ausspruch tätigte, „ich könnt mich
gerade aufhängen“ holte Eduard einen Strick und vergrößerte damit die Wut von Großvater. Eduard war zeitlebens ein fleißiger Mensch und vor allem bei Kindern sehr beliebt. Wenn meine Mutter versuchte mir eine
Ohrfeige zu geben kam Eduard sofort zu Hilfe und die Ohrfeigen erhielt nicht ich sondern meine Mutter von Eduard.
An meinem ersten Schultag holte mich Eduard von der Schule ab noch vor Schulende ab und wollte nicht, daß ich in die Schule ging, er wollte, daß ich im Haus blieb. Großmutter, seine Mutter, erklärte ihm dann die Notwendigkeit des Schulbesuches. Onkel Eduard war für mich und meine Freundinnen ein guter Spielkamerad.
Onkel Hans, war wie sein Vater Gebirgsjäger im II. Weltkrieg und von Beruf Käser. Er war ein gemütlicher und beliebter Mensch. Tag und Nacht rauchte er Roswithas
(Zigarren). Er heiratete Maria Stolz. Er lernte sie als Soldat in Jugoslawien bei einem Zahnarztbesuch kennen, sie war Zahnarzthelferin. Er freundete sich mit ihr an und nach dem Krieg kam sie mit 18./19. Jahren
nach Tannheim. Als Vormund gab Leo Kleiner (Kelehanser Leo) seine Zustimmung zur Heirat.
Die Gedenksprüche für die Sterbebilder hat meine Mutter immer gestaltet.
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