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Sofie M. Huter
Es war einmal ein Wanderbursche, ledig, (er) wanderte durchs ganze Land. In Kiezen bei Tannheim machte er (sich) seßhaft, baute sich ein Haus und anschließend das
kleine Kirchle (für) Maria in den Hof. Der Junggeselle hieß Gratzian Koch, man nannte ihn nur „Gratz“. Als alles fertig war, heiratete er eine Frau, aus dieser Ehe entstammt nur ein Sohn namens
Siegfried (Koch). Als seine Eltern gestorben waren, holte er sich eine Frau von Lumberg (?), nahe Grän, die hieß Alosia Wagner. Er wurde Vater von 10 Kindern. Sein ältester Sohn hieß
Siegfried (Koch). Alle seine Geschwister heirateten. Siegfried, der älteste Sohn lernte Stukkatur in München. Da nun niemand mehr zu Hause war, zog er heim nach Kienzen und brachte ein Mädl namens
Theresia, die er auch heiratete. Aus dieser Ehe kamen 7 Kinder; alle heirateten. Ihr einziger Sohn Otto (Koch) wurde vom Blitz auf dem Feld erschlagen. Da war nur noch die Mella (Koch)
, die Tochter, (sie war) ledig. Durch ein Mißgeschick bekam sie einen Sohn, den sie Erwin nannte. Erwins Mutter ist sehr jung gestorben. Sie erwartete leider nochmals ein Kind und sie ist ausgeblutet, (es) war
(eine) Frühgeburt, (die) in Innsbruck gestorben (ist). Also, die Mutter von Mella hat dann dieses Büble aufgezogen. er war ihre einzige Stütze. Sie war ja dann die Großmutter. Großmutters Mann ist schon längst
gestorben. Also dieses Büble ist dann auch Erwachsen geworden, (er) hat dann das ganze Anwesen bekommen. Er hat ein Dienstmädle von Schwarzen Adler geheiratet, ein sehr nettes, fleißige Frau. Sie schenkte 3 Söhne
das Leben: Siegfried, Otto und der jüngste Erwin. Es sind sehr fleißige, brave Buben. Einer ist Koch beim Schwarzen Adler, einer ist Adlerwirt, der jüngste in der Landwirtschaft. Er hat etliche Kühe und
Jungvieh. Also nun wißt Du woher der Name „Gratz“ herkommt, von dem einstmaligen Gratzian Koch; heute noch heißt man es „bei Gratze Buben“ und der Name wird ewig bleiben. Man sagt heute immer „Gratze Buben“,
es wird immer weiter gehen. Es wird schon auch wieder ein junger Gratzer Ziegel nachkommen. Geschrieben vom Sofie Huter, im Alter von 69 Jahren, 1987 zu Nürnberg. Die Oma in diesem Haus hatte viele Blumen im
Haus. Heute hat die junge Koch (Marile) ebenfalls viele schöne Blumen im Haus. Omas Lieblingsblumen waren die roten Nelken, sie hat sie geliebt. Das Haus war ganz schwarz gestrichen, die Nachkommenschaft, die
Generationen haben es schön hergerichtet.
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Anlässlich des 10. Todestages meiner Großmutter
Sofie Huter als junges Mädchen
in Tannheim
Zur Erinnerung an
Sofie Mathilda Huter
23. Februar 1918 – 03. Februar 1992
Wer im Herzen seiner Lieben lebt,
Ist nicht tot, sondern fern;
Tot ist nur, wer vergessen wird.
(Aus dem Sterbekärtchen von Maria Huter,
der Mutter Sofies)
Gedenkt im Heiligen Gebete an unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Tante....
Vergesst meine Großmutter nicht....
Für die Familie
in liebender Erinnerung
Roland Zitzmann
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